Offenbarung


„Ich komme, Kishinuma-kun!“ rief Ayumi als sie mutig auf Rina zu sprintete und diese von Yoshiki wegstieß. Sie sah sofort besorgt zu dem blonden Schüler, welches vor ihr auf dem Boden kniete. „Alles in Ordnung, Kishinuma-kun?“ fragte Ayumi und kniete sich zu dem jungen Mann hin. „Es… geht schon, sie hat nur meine Hand erwischt.“ murmelte Yoshiki tapfer. Man sah ihm an, dass er schmerzen hatte, aber er schluckte sie runter. Vorsichtig nahm Ayumi die Hand des Anderen und strich darüber. Dieser zuckte kurz zusammen, doch er sagte kein Wort. Aus ihrer Tasche holte Ayumi ein Taschentuch welches sie sanft über die Wunde band. „Hier, so ist es besser, oder?“ fragte sie sanft. Yoshiki nickte nur. Er war wirklich froh, dass Shinozaki sich auch mal um ihn kümmerte, nicht nur um Satoshi. „Iincho! Yoshiki! Passt auf!“, hörten die Beiden plötzlich die Stimme von Satoshi und sahen zur Seite. Rina erhob sich erneut und machte sich bereit, die Beiden anzugreifen. „Lauf!“ rief Yoshiki, nahm mit seiner unverletzten Hand die von Ayumi und lief auch gleich los, Satoshi folgte ihnen natürlich auch sofort.

Im 2. Flügel des Schulgebäudes war Kimiko immer noch mit Yuka und Naomi unterwegs. Die Kleine weigerte sich nämlich immer noch, irgendwo hin zu machen. Sie wollte eine Toilette haben. Die Schwarzhaarige gab sich im Moment echt Mühe, nicht komplett auszurasten, aber das war nicht so leicht. Naomi unterdessen stand nicht nur rum, nein sie versuchte sogar Yuka zu überreden, einfach einen der Eimer hier zu nehmen. Kimikos Blick ging zum Stiegenhaus. Ihr war, als hätte sie etwas gehört gehabt. War das nur Einbildung gewesen. „Wir sollten weiter.“ sagte sie und ging dann auch schon einfach mal los. Naomi und Yuka sahen diesem Mädchen nur verwirrt nach. Sie wurden irgendwie nicht wirklich schlau aus ihr, aber sie war Morishiges Schwester, sie war sicher in Ordnung. Kimiko betrat einen Raum, welcher wie es aussah der Kunstraum war, und sie find an in den Schubladen nach etwas zu suchen. Verwirrt blickten Naomi und Yuka zu der jungen Dame. Was sie wohl suchte? Kurz darauf zog Kimiko etwas Metallisches aus der Lade. Es schien ein Meißel zu sein, noch dazu ein richtig spitzer. Was hatte sie nur damit vor? „Ähm… Morishige-chan, lass das Teil doch lieber hier liegen…“ murmelte Naomi leicht nervös. Kimiko seufzte. „Wir werden verfolgt, ich brauche das nur, um uns im Notfall zuschützen.“, erklärte sie. Naomi fand das dennoch irgendwie merkwürdig, aber sie akzeptierte das, sie wusste immerhin, wie gefährlich diese Schule war, da war eine Waffel vielleicht doch nicht so schlecht. Geschockt drehten sich die drei Mädchen um als sie hörten, wie die Tür aufgeschoben wurde. Kimiko machte sich sofort bereit anzugreifen, doch sie entspannte sich schnell als sie sah, wer durch die Tür kam. „Mochida-kun!“ „Morishige-san!“ antwortete der Junge sofort. „Wir haben keine Zeit! Wir werden verfolgt!“ rief Yoshiki ihnen dazwischen und Ayumi rannte mit ihm und Satoshi in das Eck zu den Mädchen. „Onii-chan!“ rief Yuka und knuddelte sich sofort an ihren großen Bruder. Satoshi schloss sie auch gleich in seine Arme. „Yooooosshiiiiikiiii Schatz~“ ertönte eine Stimme, welche Kimiko nur zu gut kannte. „Rina… sie ist von der Schule besessen, richtig?“ fragte sie traurig. Yoshiki nickte. „Ja, sie ist total Psycho geworden!“ Kimiko seufzte und ging auf die Tür zu, und als sie davor stand, öffnete Rina sie. „Geh mir aus dem Weg! Ich will zu meinem Schatz~“ trällerte sie. Kimiko seufzte erneut traurig. „Es tut mir Leid… Rina.“, mit diesen Worten rammte die junge Dame ihrer Freundin den Meißel in die Halsschlagader. Das Blut spritze durch die Gegend ehe Rina leblos zu Boden ging. „Es tut mir Leid.“ murmelte Kimiko. Geschockt sahen die Kisaragi Schüler zu der jungen Dame. Sie drehte sich zu ihnen. Ihre Uniform und ihr Gesicht waren blutverschmiert, genauso wie ihre Hand, welche den Meißel endlich losließ. „Gehen wir… wir sollten nicht hier bleiben.“ sagte sie nur und stieg über die Leiche ihrer Freundin, verließ so den Raum. Ob die anderen Schüler ihr folgten? Sie wusste es nicht, aber, sie braucht gerade ihre Gedanken für etwas anderes. Sie hatte eben ihre Freundin ermordet, doch sie fühlte keine Trauer. In ihr fühlte sie ein warmes Gefühl, sie war aufgeregt und ihr entkam ein kurzes Lachen. „Wa…was ist nur mit mir los? Warum… hat mir das Spaß gemacht?“ fragte sie sich verwirrt, während sie weiter durch die Gänge irrte.

Die Kisaragi-Schüler waren noch immer im Kunstraum, geschockt von dem, was gerade passiert war. „Wir… wir folgen ihr doch nicht, oder?“ fragte Naomi nervös, Satoshi schüttelte den Kopf. „Nein, das ist zu gefährlich… bleiben wir lieber zusammen und suchen einen Ausweg. Sachiko meinte, wir müssen den neuen Host finden…“ So beschlossen die 5 Freunde, sich auf die Suche nach Hinweisen zu machen. Was sie nicht bemerkt hatten war, dass die ganze Szene von eben beobachtet worden war. Hinter einer der Wände stand jemand mit einem breiten Grinsen. „Ich wusste doch, dass sie wie ich ist~“ sagte die Person zu sich, ehe sie im Nichts verschwand.

„Naomi~“ Angesprochene drehte sich um. Das war doch eben Seikos Stimme gewesen! Aber… Von wo kam sie? „Naomi, komm zu mir… Ich warte im Musikraum auf dich“ sagte die Stimme ihrer toten Freundin. Naomi sah erst unsicher zur Gruppe, sollte sie ihnen sagen, dass Seiko sie rief? Andererseits, was wenn Seiko nur sie sehen wollte… Sie musste sich immer noch bei ihrer besten Freundin entschuldigen. Auch wenn sie es nicht unter Bewusstsein getan hatte, so war doch Naomi diejenige, welche sie erhängt hatte. Als die Anderen nicht aufpassten, machte sich Naomi alleine auf den Weg in den Musikraum. „Seiko? Ich bin hier!“ Naomi ging auf eine Gestalt zu, welche ihr den Rücken zugedreht hatte. Das war Seiko! Eindeutig! „Seiko!“ rief sie freudig, doch als diese sich umdrehte, blieb ihr das Wort im Halse stecken. „N…nein, das kann nicht sein…“ murmelte die braunhaarige Schülerin und wich zurück. Vor ihr stand Seiko, aber nicht die Seiko, die sie kannte! Nicht die fröhlich, gut gelaunte Seiko, nein, ihr Blick war leer und kalt, sie hatte ein breites Grinsen um Gesicht und ihre Kleidung… sie war blutrot. Naomi wusste was das hieß. „Seiko… du bist… der neue Host?“